Eine Baustelle im Süden Deutschlands: Die Oberleitungen der Bahn werden hier neu
gezogen. Die Arbeit ist anspruchsvoll und anstrengend. Die Monteure müssen sich
aufeinander verlassen können, jeder von ihnen ist speziell ausgebildet, aber nicht
zwingend in Deutschland. Dmitry Gladchenko kommt aus Kasachstan. Dort lernte er den
Beruf des Technikers und Elektromechanikers bei der Eisenbahn. 2011 zog er nach
Deutschland, wo seine Frau bereits lebte.
Dmitry Gladchenko, profitierte vom Anerkennungsgesetz:
«Hier in Deutschland sehe ich mehr Möglichkeiten für das Leben, weil das Leben hier
mehr Sicherheit hat als in Kasachstan.»
Dmitry Gladchenko profitierte von einem neuen Gesetz in Deutschland, er konnte sich
Teile seines erlernten Berufes anerkennen lassen.
Dmitry Gladchenko:
«Hier in Deutschland habe ich eine Anerkennung bekommen für den Beruf des
Anlagenmonteurs bis 1000 Volt. Das habe ich in Hannover bei der Industrie und
Handelskammer gemacht. Ich musste ein sechswöchiges Praktikum absolvieren und
danach hat es nochmal eineinhalb Monate gedauert, bis die Anerkennung durch war.»
Deutschland versteht sich als Einwanderungsland. Das Anerkennungsgesetz soll den
Zuzug ausländischer Fachkräfte deutlich erleichtern und auch die Gesellschaft bereichern.
Prof. Johanna Wanka, Bundesbildungsministerin:
«Es ist ein Gesetz, dass es in dieser Form eigentlich nirgendwo gibt, weil es garantiert für
jeden, der nach Deutschland kommt oder in Deutschland ist und einen ausländischen
Abschluss hat, einen Rechtsanspruch, egal in welchem Beruf dieser Abschluss ist, einen
Rechtsanspruch, dass in Deutschland bewertet und eingeschätzt wird, was dieser
Abschluss in Deutschland wert ist. Und es macht auch etwas, was international sehr
beachtet wird: dass es nicht nur darum geht, dass man ein Zeugnis oder einen Abschluss
hinlegt, sondern dass auch berufliche und praktische Erfahrung mit bewertet wird bei der
Einschätzung hier in Deutschland.»
Auf der Seite anerkennung-in-deutschland.de können sich Interessierte mehr
Informationen zum Angebot einholen. In sechs Sprachen werden die Eckpunkte des
Gesetzes erläutert und die Anforderungen beschrieben. 1,3 Millionen Klicks seit der
Einführung des Gesetzes 2012 zeugen von großem Interesse. Auch das Bundesinstitut für
Berufsbildung ist zufrieden.
Prof. Friedrich Hubert Esser, Präsident Bundesinstitut für Berufsbildung:
«Wo wir noch Verbesserungsbedarf sehen ist, dass sich Routinen einstellen. Das heißt,
dass wir mit der Antragserstellung auch Wissen aufbauen, dass uns dann bei
Folgeanträgen hilft, und dass wir weniger Bürokratie und weniger Aufwand brauchen, um
entsprechende Anträge dann auch bescheiden zu können.»
Das Anerkennungsgesetz ist ein Erfolg. 11.000 Anträge wurden im ersten Jahr gestellt.
Und es ist erst der Anfang.
Prof. Johanna Wanka, Bundesbildungsministerin:
«Trotz dass wir das viele Jahren nicht richtig beachtet haben und uns nicht so engagiert
haben als Einwanderungsland Willkommensgrüße nach aller Welt zu senden, sind wir jetzt
nach den USA das zweitbeliebteste Einwanderungsland auf der Welt und ich kann nur
dafür werben, dass man Deutschland sehr viel stärker in den Blick nimmt, wenn man die
Absicht hat, sich zu verändern und in einem anderen Punkt der Welt zu arbeiten.»
Das Anerkennungsgesetz kommt allen zugute, denn auch die Wirtschaft profitiert von
ausländischen Fachkräften.
Hans-Günther Luft, Projektleiter Bahnbaugruppe:
«Die Deutsche Bahn stellt bis 2020 7.000 bis 8.000 Mitarbeiter jährlich ein, und diese
Einstellungsquote ist nicht zu schaffen aus den eigenen Reihen, also aus Deutschland.
Wir sind also auf Mitarbeiter aus der ganzen Welt angewiesen.»
Auf Mitarbeiter wie Dmitry Gladchenko. Er fühlt sich aufgenommen in Deutschland. Der
Arbeitgeber zahlte den Umzug seiner Familie innerhalb Deutschlands und einer
Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis steht nichts im Wege